CYP2D6 und Tamoxifen im Rahmen der Brustkrebstherapie
Das Gen für das Cytochrom P450 - Isoenzym 2D6 (kurz: CYP2D6) lässt sich seit Jahren routinemäßig untersuchen. Seit den 50er Jahren steht im Mittelpunkt der pharmakogenetischen Forschung und ist seither reichlich untersucht worden. Es gibt nur wenige weitere Gene, welche arzneimittelbezogen so hervorragend bezüglich ihrer Korrelation von Genstatus und Enzymaktivität wissenschaftlich erfasst sind.
Tamoxifen ist ein Prodrug und wird maßgeblich durch die CYP2D6 zum aktiven Metaboliten Endoxifen im Körper umgewandelt. Patientinnen, die eine geringe Aktivität dieses Enzyms aufweisen und damit weniger aktiven Wirkstoff im Körper aufbauen können, weisen nach aktuellen Studien ein erhöhtes Rezidivrisiko (Wiederauftreten der Krebserkrankung) und Nachteile gegenüber der Nutzung anderer Arzneimittel auf. In 99% der Fälle kann mittels Gendiagnostik eine Entscheidung über die zu treffende Therapie auf Basis des Untersuchungsbefunds und der individuellen Patientensituation getroffen werden. Hierbei stehen wir Ihnen bezüglich der Arzneimitteltherapieplanung gerne beratend zur Seite.
Für Interessierte - Wir stützen unsere Aussagen unter anderem auf folgende Literaturen:
Goetz et al., Clin Pharmacol Ther. 2008; 83(1):160
Mürdter et al., Clin Pharmacol Ther. 2011
Singh et al., The Breast. 2011; 20:111
Punglia et al., J Natl Inst. 2008; 100(9): 642
Fachinformationen für Tamoxifen